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Den Wandel gestalten: Das Parlament der Generationen
Geschrieben von: Kristina Greißl   
Montag, den 25. November 2013 um 17:16 Uhr
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001Im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2013 versammelten sich über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an einer Politiksimulation im alten Bundestag in Bonn. Kristina Greißl sprach mit Frank Wagner, der an diesem Experiment teilnehmen konnte. Beide sind Projektmitglieder im Netzwerk Politische Bildung Bayern.

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) initiierte "Parlament der Generationen" war das Highlight des Wissenschaftsjahres 2013 - Die demografische Chance. Das diesjährige Wissenschaftsjahr befasst sich mit dem demografischen Wandel, wobei folgende Aussagen im Zentrum stehen: Wir leben länger. Wir werden weniger. Wir werden vielfältiger.
 
 

Video zur Veranstaltung: 

http://www.youtube.com/watch?v=z3sbk8XH69U


Das BMBF stellte sich die Frage, wie sich die demografische Entwicklung hierzulande auf Meinungsbildungsprozesse möglicherweise auswirkt und entwickelte in Zusammenarbeit mit der Akademie für politische Bildung Tutzing eine bis dato einmalige Politiksimulation.

Über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer fanden den Weg in den alten Bundestag nach Bonn und schlüpften in die Rolle von Politikern. An die Stelle von Parteien und Fraktionen traten Generationen. Frank Wagner gehörte der Generation der 15-30 Jährigen, den sogenannten "Startern", an.

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Wie war der Ablauf des Experiments?

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden im Vorfeld einer Generation zugeordnet. Wir, die "Starter", waren sozusagen die Vertreter der 15-30 Jährigen. Des Weiteren gab es die "Macher" mit einem Alter von 31-50 Jahren, die "Könner" zwischen 51-66 Jahren und die "Kenner" ab 67 Jahren. Das Parlament wurde aufgeteilt in zwei Szenarien. Die eine Hälfte spiegelte die Bevölkerungsstruktur im Jahre 2013 wider, die andere die im Jahre 2050. Während ich, wie ca. weitere 20 Starter, dem Parlament 2013 angehörte, saßen im Parlament 2050 weitaus weniger Starter, dafür um so mehr "Abgeordnete" der älteren Generationen. Die Initiatoren gingen also davon aus, dass sich der demografische Wandel auch auf die Struktur im Parlament auswirkt und sich somit das Altersgewicht verschiebt. So stand die Veranstaltung unter der Fragestellung, ob sich demokratische Meinungsbildungsprozesse im Zuge des demografischen Wandels verändern.

Was waren die Aufgaben der Teilnehmerinnen und Teilnehmer?

Für zwei Tage konnten wir in diesem Rollenspiel Politik machen: Diskutieren, Verhandeln, Debattieren, Abwägen, Abstimmen. Wir wurden verschiedenen, generationenübergreifenden Ausschüssen zugeteilt, die wichtige politische Entscheidungen treffen mussten. Ich gehörte dem Ausschuss "Regionen" an, in welchem die Auswirkungen des demografischen Wandels auf sogenannte "schrumpfende Regionen", also meist ländliche Regionen, in welchen der Nachwuchs wegzieht und gleichzeitig die älteren Generationen wohnen bleiben, thematisiert wurde. Dabei wurde uns fiktiv ein Budget zur Verfügung gestellt, dass wir auf drei Bereiche verteilen mussten. Nach langen Verhandlungen konnten wir uns einigen. Gefördert werden muss der ÖPNV, die Kinderbetreuung und die Pflege. Was hier als Ergebnis relativ kurz dargestellt werden kann, bedeutete für uns harte Verhandlungen. Denn die Meinungen waren nicht immer dieselben (und dies nicht einmal bis zum Schluss). Wir hätten auch die Möglichkeit gehabt in die Jugendarbeit oder in die Nahversorgung zu investieren. Doch bevor diese Bereiche ausgeschlossen werden konnten, gab es lange Diskussionen. Und letztendlich zählte, wie so oft in demokratischen Prozessen, die Mehrheit.

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Anschließend trafen sich die Generationen separat und berichteten über die Ergebnisse der jeweiligen Ausschüsse. Hierbei ging es darum, einerseits eine Meinung, bzw. Stellung der eigenen Generation zu einem bestimmten Thema festzulegen, andererseits die Entscheidungen des Ausschusses auch in der jeweiligen Generation zu diskutieren. Somit mussten wir uns entscheiden, ob wir den Beschluss mittragen oder ob wir, entsprechend einer hartnäckigen Oppositionspartei im Bundestag, in der anschließenden Parlamentssitzung geschlossen mit "Nein" abstimmen (Wir haben den Beschlüssen mit "Ja" zugestimmt).

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Welche Erfahrungen konntest du während diesen zwei Tagen machen?

Neben Hintergrundinformationen über den demografischen Wandel, welcher hier explizit als demografische Chance (und somit aus der positiven Perspektive) dargestellt wurde, konnten wir alle am eigenen Leib erfahren, wie es ist Politik zu machen. Auch wenn es mir bewusst war, dass sich die hauptsächliche politische Arbeit in den Ausschüssen abspielt, so ist es doch etwas ganz Besonderes, dies auch mal persönlich zu erleben. Die Diskussionen zusammen mit den anderen Generationen waren stets respektvoll und auf einem hohen Niveau. Dies spiegelt auch die vorläufige Bilanz der Initiatoren wider: Es zeigte sich weniger ein "Kampf der Generationen" als viel mehr die gemeinsame und verantwortungsvolle Arbeit an wichtigen Themen. Besonders bereichernd fand ich die Möglichkeit mit vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, jung und alt, ins Gespräch zu kommen. Zusammenfassend kann ich festhalten, dass ich in diesen zwei Tagen sehr viele Erfahrungen gemacht, interessante Menschen kennengelernt und doch einiges rund um Politik dazugelernt habe. Daher bin ich überzeugt, dass Politiksimulationen einen wichtigen Beitrag in der politischen Bildungsarbeit leisten können.

Lieber Frank, vielen Dank für das Gespräch.

 

Weitere Informationen unter: 
http://www.demografische-chance.de/

 

Bilder: privat

 
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